menu close menu

Think before you buy!


Anlässlich des Unglücks in einer Textilfabrik in Bangladesch vor einigen Wochen, möchte ich mich heute in einem besonderen Blogpost diesem Thema widmen.

Wie ihr alle sicherlich schon gehört habt, ist am 8. April ein schweres Feuer in einer Textilfabrik in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs ausgebrochen. Bei diesem Unglück starben zahlreiche Menschen. Erst zwei Wochen zuvor sind bei einem Fabrikeinsturz fast 1.000 Menschen ums Leben gekommen.

Schaut man noch weiter zurück stellt man Erschreckendes fest: Im September letzten Jahres sterben bei einem Feuer mehr als 250 Arbeiter in einer Textilfabrik in Pakistan, die, wie auch in Bangladesch, für den deutschen Textildiscount Kik produzierten. Im November verlieren über 100 Menschen bei einem Großbrand in einer, wie soll es auch anders sein, Textilfabrik in Bangladesch das Leben. Firmen wie C&A oder Walmart ließen dort Ware im Akkord herstellen.

Über 70 weitere Menschen starben, als im Jahr 2005 eine Fabrik in Savar einstürzte. Laut Aufzeichnungen der Kampagne für Saubere Kleidung kam es seit dem Jahr 2005 zu sieben tödlichen Bränden und Fabrikeinstürzen in Bangladesch. Rechnet man die Zahl der Opfer dieser Unglücke zusammen kommt man auf knapp 1.500 Menschen, die während der Arbeit qualvoll erstickt, verbrannt oder von Trümmern erschlagen worden sind.

BangladeshGrund für die zahlreichen Unglücke sind in den meisten Fällen extreme Baumängel an den Gebäuden oder fehlende Sicherheitsmaßnahmen. Notausgänge gibt es nur selten. Die Menschen in Bangladesch arbeiten schlichtweg unter katastrophalen Arbeitsbedingungen, und das zumeist für einen Hungerlohn. Noch erschreckender ist, dass 4/5 aller Export aller Exporteinnahmen des Landes durch die Textilindustrie gewonnen wird. Bangladesch ist quasi das neue China. Ein Land, in dem die Großhändler noch niedrigere Löhne bezahlen müssen um Billig-Jeans, Shirts und Co. herzustellen.

Polemisch gesagt: Menschen sterben, nur damit wir unsere Klamotten schön günstig einkaufen können und uns guten Gewissens die Einkaufstüten bei H&M, Primark, Kik und Zara mit Sachen vollstopfen zu können, die kein Mensch braucht. Sogar High-Class-Firmen wie Calvin Klein und Tommy Hilfiger lassen nachweislich in Bangladesch produzieren. Wenn ein Shirt nur 12 Cent mehr kosten würde, würde eine Näherin 50 Euro Lohn bekommen (statt der aktuellen 38 Euro im Monat bei 10 Stunden Arbeit am Tag) und so zumindest ein Stück näher am Existenzminimum leben können. Was ist eigentlich los mit uns, dass wir, nur um Klamotten so günstig wie möglich zu bekommen, wortwörtlich über Leichen gehen?

Immerhin: Kurz nach dem Unglück im April ließ die Regierung in Dhaka nach eigenen Angaben 18 Textilfabriken aus Sicherheitsgründen schließen. Zudem will die Regierung nun 200 Fabrikinspektoren einstellen, die die Sicherheit von Gebäuden überprüfen und gefährdete Fabriken umsiedeln sollen. Außerdem unterzeichneten 31 Unternehmen ein Sicherheitsabkommen für die Verbesserung der Sicherheitsbedingungen in bangladesischen Textilfabriken.

Dass die Unglückserien in Entwicklungsländern endlich ein Ende nehmen, muss allerdings auch in unseren Köpfen ein Umdenken stattfinden. Kauft weniger Billig-Kleidung, versucht die betreffenden Stores zu meiden und informiert euch, unter welchen Bedingungen eure Lieblingsklamottenläden ihre Waren herstellen lassen. Checkt auch mal in die Online-Shops alternativer Modelabel wie Greenality, Armed Angels oder FairBleiben oder Hug&Grow aus und unterzeichnet bei Gelegenheit die Petition der Clean Clothes Campaign gegen die erbärmlichen Arbeitsbedingungen der bangladesischen Textilarbeiter.

@beauty_nella folgen

23-05-13 | 1 Kommentare | in Lifestyle, Mode

Ein Kommentar zu Think before you buy!

  1. Wie jetzt in Bangladesch haben Menschen aber sogar wochenlang unter Trümmern überlebt. Als „Wunder“ wurde 1977 die Rettung eines 19-jährigen Rumänen bezeichnet, der elf Tage nach einem Erdbeben in Bukarest lebend geborgen wurde. Eine Frau in Pakistan überlebte nach einem Beben im Jahr 2005 mit Essensresten und Regenwasser sogar mehr als zwei Monate unter den Trümmern eines eingestürzten Hauses.

Hinterlasse einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*