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Bedenkliche Inhaltsstoffe in Kosmetika: AZOFARBSTOFFE


Was sind Azofarbstoffe?

Azofarbstoffe gehören zu den meist verwendeten Farbstoffen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden Azofarbstoffe synthetisch hergestellt. Sie sind farbstabil, lichtecht und können kräftige Farben haben.

Azofarbstoffe werden zur Färbung von Textilien, Leder, Holz, Papier, Beschriftungsstoffen u.v.m. eingesetzt. In der Medizin dienen ausgewählte Azofarbstoffe zum Anfärben von Krebszellen.

Jene Farbstoffe, die giftige oder krebserzeugende Amine freisetzen können, sind in Deutschland für Gebrauchsgegenstände und Tätowiermittel verboten. Sie dürfen weder zur Stofffärbung, noch für Schmuck und Kosmetikartikel angewendet werden. Theoretisch.

Einige ausgewählte Azofarbstoffe sind auf ihre Eignung als Lebensmittelfarbstoffe geprüft und zugelassen.

Azofarbstoffe in Lebensmitteln

Azofarbstoffe finden sich in zahlreichen Lebensmitteln, wie gefärbten Eiern, Süßigkeiten, Getränken u.v.m.

Laut  EU-Kommission müssen seit dem 20. Juli 2010 Lebensmittel, die die Azofarbstoffe Tartrazin (E 102), Gelborange S (E 110), Azorubin (E 122), Allurarot (E 129) oder Cochenillerot A (E 124) enthalten, mit dem Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ gekennzeichnet werden.

Azofarbstoffe in Kosmetika

Azofarbstoffe in Kosmetika werden, anders als Zusatzstoffe in Lebensmitteln, mit den Anfangsbuchstaben CI (Colour Index) gekennzeichnet. Die Farbstoffe finden sich in Lidschatten, Lippenstiften, Badezusätzen, Rouge, Nagellacken und so ziemlich allen Produkten, die irgendeine Farbe aufweisen, also vor allem im Bereich der dekorativen Kosmetik.

In zertifizierter Naturkosmetik sowie in Bio-Lebensmitteln sind die bedenklichen Farbstoffe nicht enthalten.

Hier eine Übersicht mit allen Azofarbstoffen in Kosmetika:

CI 11680 gelb CI 11710 gelb CI 11725 orange CI 11920 orange CI 12010 braun CI 12085 rot CI 12120 rot CI 12150 rot CI 12370 rot CI 12420 rot CI 12480 braun CI 12490 rot CI 12700 gelb CI 13015 gelb CI 14270 gelb CI 14700 gelbrot CI 14720 rot CI 14815 rot CI 15510 orange CI 15525 rot CI 15580 rot CI 15620 rot CI 15630 rot CI 15800 rot CI 15850 rot CI 15865 rot CI 15880 rot CI 15980 gelborange CI 15985 gelborange CI 16035 rotCI 16185 rot CI 16230 orange CI 16255 rot CI 16290 rot CI 17200 blaurot CI 18050 rot CI 18130 rot CI 18690 gelb CI 18736 rot CI 18820 gelb CI 18965 gelb CI 19140 gelb CI 20040 gelb CI20170 gelb CI 20470 tiefblau CI 21100 gelb CI 21108 gelb CI 21230 gelb CI 24790 rot CI 26100 rot CI 27290 rot CI 27755 blau-schwarz CI 28440 blauviolett CI 40215 orange

(gefunden auf: uni-protokolle.de, Stand Januar 2015)

Warum sind Azofarbstoffe bedenklich?

Azofarbstoffe stehen im Verdacht ein krebserzeugendes Potential zu haben. Grund dafür ist die Ausgangsverbindung Anilin, aus der die meisten dieser Farbstoffe hergestellt werden.

Sie stehen unter Verdacht Allergien und Pseudoallergien auszulösen und sollen eventuell auch am hyperkinetischem Syndrom (Zappelphillip) beteiligt sein, weswegen die EU-Kommission den oben genannten Warnhinweis für Lebensmittel mit Azofarbstoffen enthalten verpflichtend gemacht hat.

Azofarbstoffe in Kleidung können sich durch Schweiß aus der Kleidung lösen und in die Haut eindringen. Ebenso wie bei kosmetischen Produkten. Außerdem lösen sie sich beim Waschen aus dem Textil und können somit das Grundwasser verunreinigen. Zudem können die Farbstoffe in Lebensmitteln über den Speichel in den Körper aufgenommen werden.

Auch wenn nicht alle Azofarbstoffe ein krebserregendes Potential haben, sollte auf Produkte, die bedenkliche Farbstoffe enthalten weitestgehend verzichtet werden. Eine Alternative zu Azofarbstoffen sind Azopigmente, die praktisch unlöslich sind und somit ungiftig und nicht krebserregend.

06-01-15 | 2 Kommentare | in Beauty, INCI, Lifestyle

2 Kommentare zu Bedenkliche Inhaltsstoffe in Kosmetika: AZOFARBSTOFFE

  1. Sehr gut aufgearbeitet. Leider wird so etwas viel zu selten publik gemacht bzw. vielen Konsumentinnen ist es schlicht egal. Dabei gibt es viele tolle Naturfarbstoffe, die eben auch unbedenklich sind.

    VG, Franzi

    • Stephanie sagt:

      Hallo Franzi,
      du sagst es, die meisten Leute wissen überhaupt nicht, wie bedenklich manche Inhaltsstoffe sind, weil RTL und Co. einfach noch nicht darüber berichtet haben. Und frei nach dem Motto: „Was ich noch nicht gehört habe, kann auch nicht stimmen“ wird da oft auch nicht weiter nachgehakt.

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