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Bedenkliche Inhaltsstoffe in Kosmetika: AMMONIAK


Was ist Ammoniak?

Ammoniak ist ein stark riechendes, farbloses, wasserlösliches und giftiges Gas. Es entsteht aus der chemischen Verbindung von Stickstoff und Wasser. Ammoniak ist eine der meist produzierten Chemikalien, welche zu weiteren Stoffen, wie Düngemitteln, weiterverarbeitet wird. Zur Ausscheidung im Körper wird Ammoniak in Harnstoff umgewandelt. Im alten Ägypten wurde der Stoff durch Verbrennen von Kamelmist gewonnen, da es bei der Zersetzung von abgestorbenen Pflanzen und tierischen Exkrementen entsteht. Auch Vulkanausbrüche können eine Quelle für Ammoniak sein.

Ammoniak in Kosmetika

Wie oben erwähnt, findet sich Ammoniak vor allem in Düngemitteln wieder. Das wohl bekannteste Kosmetikprodukt, in dem Ammoniak vorkommt, sind Haarfärbemittel. Ammoniak ist das beste Alkalisierungsmittel, d.h. es öffnet die Schuppenschicht der Haare, sodass die Farbe besser eindringen kann. Farbpigmente verankern sich durch Ammoniak dauerhaft im Haar und sind länger sichtbar. Dafür muss das Haar allerdings geöffnet werden, was durch eine Quellung, die mit Ammoniak am Besten möglich ist, geschieht. Durch das Verdampfen des Ammoniaks gehen der pH-Wert im Haar und damit auch die Haarquellung allmählich zurück.

Bei Haarfärbemitteln ohne Ammoniak sieht es so aus, dass sie schwerer verdampfen, d.h. dass der pH-Wert konstant bleibt und die Quellung der Haare zunimmt. Wenn das Haar also anschließend nicht richtig gespült wird, bleibt die Alkalität und damit eine Restquellung zurück, sprich; die Schuppenschicht bleibt geöffnet, was die Haare dauerhaft schädigen kann. Solche Ammoniak-Austauschstoffe werden als Diethanolamin, Monoethanolamin oder Ethanolamin bezeichnet und werden im Übrigen auch für die Herstellung von Backofenreiniger verwendet. Reine Haarfärbemittel ohne Ammoniak sind also keine wirkliche Alternative.

Warum ist Ammoniak bedenklich?

Größere Menge Ammoniak habe eine toxische Wirkung. Genau aus diesem Grund hat sicher der Körper etwas ganz Besonderes ausgedacht. Wasserbewohnende Lebewesen können den Stoff direkt an das umgebende Wasser abgeben. Da Ammoniak für die meisten Organismen der Gewässer dennoch toxisch ist, kann bei einer Überschreitung des kritischen pH-Wertes plötzliches Fischsterben auftreten. Lebewesen, die auf dem Land leben, wie wir Menschen, müssen das Ammoniak vor dem Ausscheiden in ungiftige Zwischenprodukte, wie Harnsäure, umwandeln.

Gasförmiges Ammoniak kann ätzend auf die Schleimhäute wirken. Werden größere Mengen eingeatmet, kann es zu Beschädigungen der Atemwege bis hin zum Atemstillstand kommen. Gleichzeitig wirkt es auf das Gehirn ein und verursacht Sprach- und Sehstörungen sowie Verwirrung bis hin zum Koma. Ammoniak in großen Mengen beeinflusst außerdem die Nerven- und Muskelzellen. Werden wässrige Ammoniaklösungen über die Haut oder den Magen aufgenommen, können diese verätzt werden.

Da der Anteil an Ammoniak in Haarfärbemitteln relativ gering ist, sind oben genannte Vergiftungserscheinungen eher unwahrscheinlich. Wer dennoch auf der sicheren Seite sein will, sollte auf natürliche Haarfärbungen, z.B. auf Hennabasis, zurückgreifen. Befolgt zudem folgende Hinweise zum Umgang mit chemischen Haarfärbemitteln:

  • Handschuhe tragen!
  • Den Raum gut durchlüften!
  • Packungsbeilage beachten!
  • Farbe so kurz wie möglich einwirken lassen!
  • Während der Schwangerschaft aufs Haarefärben verzichten!
04-03-14 | 0 Kommentare | in Beauty, INCI, Lifestyle

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